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Diagnostische und therapeutische Leistungsdichte von neu erkrankten, zu Hause lebenden Patienten mit Demenz (2009)

Versorgungsatlas-Bericht Nr. 14/06

Demenzerkrankungen tragen bedeutend zur Morbidität der älteren Bevölkerung bei und stellen zukünftig aufgrund der Alterung der Bevölkerung insbesondere die ambulante Versorgung vor signifikante Herausforderungen. Mit der vorliegenden Studie wird erstmalig eine regionalisierte, deutschlandweite Untersuchung der diagnostischen und nicht-medikamentösen therapeutischen Leistungsdichte bei neu erkrankten, zu Hause lebenden Personen mit Demenz (PmD) vorgenommen.

Datengrundlage bildeten die bundesweiten, kassenübergreifenden vertragsärztlichen Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V. Die analytische Studienpopulation bildeten im Jahr 2009 neu erkrankte, zu Hause lebende PmD (n=133.644, ohne Heimpatienten). Zur Untersuchung der Leistungsdichte wurde die im Jahr 2009 abgerechnete Leistungserbringung aus den Bereichen Diagnostik (Testpsychologie, Labordiagnostik, Bildgebung) und (nicht-medikamentöse) Therapie nach Einheitlichem Bewertungsmaßstab herangezogen. Bestimmt wurde der Anteil der PmD mit Leistungserbringung an allen PmD der analytischen Studienpopulation. Regionale Raten wurden direkt alters- und geschlechtsstandardisiert.

Die Durchführungsrate testpsychologischer Verfahren im Jahr der Erstdiagnose betrug 34% und lag in Berlin, Sachsen und Bremen bei unter 30% und in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen bei über 40%. Eine Labordiagnostik erhielten im Mittel 79% der PmD. Bildgebende Verfahren wurden insgesamt bei 18% der PmD abgerechnet - in den alten BL tendenziell häufiger als in den neuen BL und in städtischen Regionen tendenziell häufiger als in ländlichen. Für nahezu alle PmD wurde eine Therapieleistung abgerechnet, hauptsächlich über die hausärztliche Chronikerpauschale. Bei den fachärztlich (mit-) behandelten PmD erhielten 62% eine über Betreuungskomplexe und 74% eine über Gesprächsziffern abgerechnete Therapieleistung. Gesprächsziffern wurden häufiger in den neuen BL und Betreuungskomplexe häufiger in den alten BL abgerechnet.

Die Durchführung testpsychologischer und bildgebender Verfahren fällt insgesamt niedriger aus, als aufgrund von Leitlinien erwartet, hängt jedoch eng mit individuellen und versorgungsstrukturell-regionalen Gegebenheiten zusammen und bedarf der vertiefenden Untersuchung. Die Niveauunterschiede in der Leistungsdichte bei PmD in städtischen und ländlichen Regionen lassen sich mit dem vorliegenden Datenmaterial nicht vollständig aufklären. Hierzu sind weiterführende Forschungen angezeigt.

Bericht (Langversion)

Infoblatt

Abstract (englisch)

Zi-Kodier-Manual Demenz 2015 (Kodierhilfe nach ICD-10 für Arztpraxen)

Schlagwörter (Keywords): ambulante Versorgung, Demenz, Diagnostik, Fachärzte, Hausärzte, Inzidenz, Prävalenz, Therapie, Leistungsdichte

Zitierweise des Berichts vom 18.09.2014
Schulz Mandy, Bohlken J, Hering R, Bätzing-Feigenbaum J.
Diagnostische und therapeutische Leistungsdichte von neu erkrankten, zu Hause lebenden Patienten mit Demenz (2009).
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi).
Versorgungsatlas-Bericht Nr. 14/06.
Berlin 2014
DOI: 10.20364/VA-14.06
Link: http://www.versorgungsatlas.de/themen/gesundheitsindikatoren/?tab=6&uid=48