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Verordnungshäufigkeit von Psychostimulanzien bei jungen ADHS-Patienten von 2009 bis 2016 um gut zehn Prozent gesunken

12.03.2019

(Berlin) Psychostimulanzien bei Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) werden immer seltener verordnet.

Zwischen 2009 und 2016 ging die Verordnungshäufigkeit von knapp 50 auf 44 Prozent zurück. Gleichzeitig ist die Bedeutung von Fachärzten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bei der Verordnung von Methylphenidat, dem am häufigsten verschriebenen Medikament dieser Gruppe, deutlich gewachsen. 2009 hatten diese lediglich einen Verordnungsanteil von 28 Prozent, 2016 waren es bereits 41 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 46 Prozent. Die Bedeutung der anderen Arztgruppen bei dieser Medikation ging im Untersuchungszeitraum entsprechend zurück. Dies sind die Kernergebnisse einer Studie, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) heute im Rahmen seiner Forschungsreihe „Versorgungsatlas“ veröffentlicht hat.

In Deutschland sind zahlreiche Medikamente zur ADHS-Behandlung von Kindern ab sechs Jahren zugelassen. Psychostimulanzien sind wegen ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit Medikamente der ersten Wahl. Weitere Psychostimulanzien neben Methylphenidat sind Präparate aus der Gruppe der Amphetamine (Dexamfetamin und Lisdexamfetamin). Die Markteinführung dieser neuen Medikamente seit 2012 hat insgesamt nicht zu einer Zunahme der Verordnungen geführt.

Von den insgesamt 262.766 ADHS-Patienten im Jahr 2016 erhielten 116.021 (44 Prozent) mindestens eine Psychostimulans-Verordnung. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Medikation war in allen Altersgruppen bei Jungen höher als bei Mädchen. Die Verordnungshäufigkeit von Methylphenidat nimmt mit dem Alter der Patienten in beiden Geschlechtern fast linear zu. Während lediglich 3,9 Prozent der 5-jährigen Jungen bzw. 2,4 Prozent der Mädchen desselben Alters Methylphenidat verordnet wird, sind es bereits 42 Prozent bei den 10-jährigen Jungen bzw. 35 Prozent bei den 10-jährigen Mädchen. Ab dem 12. Lebensjahr stabilisiert sich die Verordnungsprävalenz von Methylphenidat sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen.

Die Datengrundlage bildeten bundesweite vertragsärztliche kassenübergreifende Arzneiverordnungsdaten der Jahre 2009 bis 2016. Als Studienpopulation dienten Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 14 Jahren, bei denen die Diagnose „Hyperkinetische Störungen“ gemäß ICD-10-Klassifikation in mindestens zwei unterschiedlichen Quartalen eines jeweiligen Kalenderjahres codiert wurde.

Weitere Informationen
Die Auswertung des Versorgungsatlas zur medikamentösen Versorgung von ADHS-Patienten im Zeitraum von 2009 bis 2016 finden Sie im Internet unter: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=94 

Akmatov MK, Hering R, Steffen A, Holstiege J, Bätzing J. Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Jugendlichen in der ambulanten Versorgung in Deutschland. Teil 4 – Trends in der medikamentösen Versorgung im Zeitraum 2009 bis 2016. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 19/02. Berlin 2019. DOI: 10.20364/VA-19.02

Ihr Ansprechpartner
Daniel Wosnitzka
Leiter Stabsstelle Kommunikation
dwosnitzka(at)zi.de
Tel: 030 4005 2449

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Salzufer 8, 10587 Berlin, Tel. 030 4005 2450, Fax 030 4005 2490, kontaktversorgungsatlas(at)zi.de, www.versorgungsatlas.de

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Pressekontakt

Daniel Wosnitzka

Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit 
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi)
Salzufer 8 - 10587 Berlin

Telefon 030-4005-2449

E-Mail dwosnitzka(at)zi.de 

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